Die psychosoziale Begleitung

    Die Erkrankung eines Kindes stellt die ganze Familie vor vollkommen neue Aufgaben und Herausforderungen.
    Das Familiensystem wird erschüttert. Um Eltern und Familien in dieser schweren Situation zu unterstützen, wurde das Elternhaus errichtet.
    Es bietet Eltern und Geschwistern die Möglichkeit, während der stationären Behandlung des erkrankten Kindes, in der Kinderklinik ganz in der Nähe zu übernachten und als Familie zusammen zu sein.

    Ergänzend zu den Angeboten der Klinik, stehen den Familien im Elternhaus die Mitarbeiter des psychosozialen Teams als fachlich qualifizierte Ansprechpartner zur Seite, um die Familien und besonders die Eltern zu stärken und zu unterstützen.

    Folgende Schwerpunkte werden in Ergänzung zur Kinderklink vom psychosozialen Team des Elternhauses angeboten.

    • Einzelangebote für Geschwister schwerkranker Kinder,
      sowie die regelmäßig stattfindende Geschwistergruppe
    • Freizeiten für Kinder und Jugendliche
    • Psychosoziale Gespräche
                -  Ansprechpartner für Bedürfnisse und Anliegen der Familien
                -  Krisenintervention
                -  Paargespräche
                - Themen rund um die Erziehung
                - Sozialrechtliche Beratung
    •  Die Ressourcen der Familien ( re-) aktivieren und stärken
    •  Begleitung und Unterstützung der letzten Lebensphase
    • Trauerbegleitung
      Einmal jährlich laden wir zu Wochenenden für verwaiste Familien ein. An den Wochenenden steht die Trauer um das verstorbene Kind im Mittelpunk. In Einzel- und Kleingruppenarbeit sowie im Plenum geht es mit verschiedensten Methoden um das Abschiednehmen und um die Entwicklung von möglichen Perspektiven einer Zukunft, die doch so ganz anders ist und nie so gewollt wurde! In diesen Zeiten werden die mitgebrachten Geschwister betreut, wobei sie nicht nur miteinander spielen, sondern je nach Alter auch thematisch arbeiten.

      Durch Rückmeldungen der Familien und Reflektion im Team hat an diesen Wochenenden mittlerweile auch ein Teil gemeinsam gestaltete Freizeit mit den Geschwisterkindern seinen Platz. Während dieser Aktivitäten bleibt auf informeller Ebene für die Teilnehmenden Raum, sich miteinander über ihre Situation auszutauschen.

      Es sind immer sehr intensive Begegnungen mit den eigenen Gefühlen und denen der anderen - es wird geweint, aber auch gelacht und im Kreis anderer betroffener Familien darf all das Raum haben. Es entsteht eine Atmosphäre der Nähe, die immer wieder auch Freundschaften entstehen und wachsen lässt.

      An dieser Stelle möchten wir einen Vater zitieren, der einmal am Ende eines solchen Wochenendes sagte: „Bisher haben mir alle Leute gesagt, dass der Schmerz mit der Zeit weniger wird, und ich habe immer gedacht, bei mir ist das anders, warum bloß. Von Euch habe ich dieses Wochenende erfahren, dass ich mit der Zeit lernen werde mit dem Schmerz zu leben, und das macht mir Mut.“

      Da der Zeitabstand für viele Familien als sehr lang erlebt wurde und manche vor der Teilnahme an einem Wochenende zunächst mal „schnuppern“ möchten, gibt es seit einigen Jahren je im Frühjahr und im Spätherbst einen Tag für verwaiste Eltern. Diesen Tag gestalten wir ohne Kinder, da die Struktur der nur wenigen Stunden sich dafür eher anbietet. Dieser Tag findet im Elternhaus mit einem recht offenen Konzept statt und beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück. Dann folgt in der Regel ein kreativer Teil, ein gemeinsamer Spaziergang und wird mit einem Kaffeetrinken beendet. Der offene Austausch zwischen den Eltern hat hier viel Raum und durch diese nun regelmäßigen Treffen hat sich teilweise eine große Vertrautheit entwickelt, die trotz des kurzen Zusammenseins intensive Gespräche ermöglicht und doch werden auch jedes Mal neue Eltern in guter Weise integriert. Die gemeinsame Erfahrung der Trauer lässt immer wieder ein hohes Maß an Nähe entstehen, wenn es denn gewünscht ist.

      Seit einigen Jahren gibt es ein weiteres Angebot, zu dem verwaiste junge erwachsene Geschwister ab 18 Jahren eingeladen werden. Diese stehen nicht nur während der Erkrankung ihres Bruders oder ihrer Schwester im Schatten, sondern in der Zeit nach dem Tod des Geschwisters fühlen sie sich meist nicht gesehen und wollen ihre Eltern schützen So arbeiten wir an den Wochenenden vor allem mit dem Erlebten der jungen Menschen sowie der Stärkung ihrer individuellen Persönlichkeit, zu der deutlich mehr gehört als der Bruder oder die Schwester von …... zu sein! Zudem sind alle Facetten von Emotionen Inhalt, denn zur Trauer mischt sich oft auch Wut und Aggression. Ebenso darf die Freude über das eigene LEBEN Raum haben und die Zuversicht, eine glückliche Zukunft genießen zu dürfen.

      Außerdem gibt es natürlich für alle trauernden Eltern und Geschwister das Angebot von Einzel- oder auch Paargesprächen. Gern können Sie sich mit Ihrem Anliegen an das psychosoziale Team oder die Nachsorge wenden.